Selbstwirksamkeit und Wirksamkeitserfahrungen

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von Udo Baer

Man liest oft die Aufforderung, dass wir Therapeuten*innen, Pädagogen*innen, Erzieher*innen und Eltern die „Selbstwirksamkeit“ der Kinder und Jugendlichen stärken sollen. Doch was ist das? Schaut man sich die psychologische Literatur zu diesem Thema an, wird deutlich, dass es nicht so sehr um die Selbstwirksamkeit geht, sondern um die Selbstwirksamkeits-Erwartungen. Erwartet ein Kind, dass es etwas bewirken kann? Wenn ja, hat es eine hohe Selbstwirksamkeit, wenn nein, eine niedrige.[1] Doch diese Erwartung ist nur ein Teilaspekt und nicht der wichtigste.

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Konstruktive und destruktive Wirksamkeitsbemühungen

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von Udo Baer

Wenn Kinder und Jugendliche ins Leere gehen, wenn sie sich unwirksam fühlen und wiederholt die Erfahrung machen, dass sie keine Wirkung auf andere Menschen haben, dann verfestigt sich in ihnen das Bild, dass sie anderen egal sind, dass sie es nicht wert sind, beachtet zu werden. Dieses Gefühl ist zumindest auf Dauer kaum aushaltbar und deswegen kämpfen Kinder und Jugendliche darum, wirksam zu werden.

Dies geschieht oft destruktiv. Sie machen etwas kaputt, sie werden aggressiv, sie hauen, schimpfen, beleidigen usw. Auch dann sind sie wirksam, aber diese Wirksamkeit besteht darin, dass sie ausgeschimpft und bestraft werden, ganz gleich ob im Elternhaus, in der Kita oder in der Schule.

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