Eifersucht unter Geschwistern

von Udo Baer

Eine Mutter fragt:

Meine Tochter und mein Sohn sind sehr eifersüchtig. Wenn einer mit mir zusammen ist, will das der andere auch usw. Wie kann ich damit umgehen?

Eifersucht unter Geschwistern ist zunächst einmal normal. Das ältere Kind verliert einen Teil der Aufmerksamkeit, die nun dem jüngeren gilt und gelten muss. Das jüngere Kind braucht meist mehr Nähe und Zuwendung, weil es kleiner ist, zumindest als Säugling und Kleinkind. In seinem Erleben ist das ältere stärker, klüger, kompetenter und durchsetzungsfähiger.

Manchmal wird die Rivalität in den ersten Monaten nach der Geburt von der liebevollen Neugier auf den Neuankömmling überdeckt, wird später aber oft deutlich. Wenn die Eifersucht sich steigert und über gelegentliches Aufflackern hinaus ein gutes Zusammenleben bedroht, sollte man sich darum kümmern.

Zunächst einmal besteht meine erste Antwort auf Ihre Frage darin, gelassen zu bleiben. Ihre Kinder konkurrieren um Ihre Aufmerksamkeit und Nähe. Das ist doch schon einmal schön, zumindest besser als das Gegenteil. Auch wenn es manchmal nerven kann. Sie können Ihren Kindern sagen, dass Sie sich darüber freuen und ihnen danken.

Der zweite Hinweis lautet: Machen Sie mit den Kindern Zeiten aus, in denen Sie sich ausschließlich e i n e m der Kinder widmen. Das andere Kind ist dann beim Vater oder einer anderen Person. Diese „Nur-mit-dir-Zeit“ muss nicht lange dauern, sollte aber regelmäßig angeboten werden. Das hat sich oft bewährt und nimmt der Eifersucht und Rivalität zumindest etwas von dem Druck.

Wenn beides nicht hilft, spricht das dafür, dass es noch andere Quellen der Eifersucht gibt, die oft in familiären Problemen oder geringem Selbstwertgefühl eines Kindes liegen. Dann schlage ich vor, dass Sie in einer Beratungsstelle Unterstützung suchen.

Doch zunächst versuchen Sie, die ersten beiden Hinweise umzusetzen. Viel Erfolg.

 

 

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About Udo Baer

Dr. phil. (Gesundheitswissenschaften), Diplom-Pädagoge, Kreativer Leibtherapeut AKL, Mitbegründer und Wissenschaftlicher Berater der Zukunftswerkstatt therapie kreativ, Wissenschaftlicher Leiter des Instituts für soziale Innovationen (ISI) sowie des Instituts für Gerontopsychiatrie (IGP), Vorsitzender der Stiftung Würde, Mitinhaber des Pädagogischen Instituts Berlin (PIB), Autor

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