Ein Kind wirf sich auf den Boden……

This entry is part 1 of 4 in the series Fragen von Eltern, Erzieher*innen, Lehrer*innen

von Dr. Udo Baer

 

Ein Kind in der Kita wirft sich auf den Boden. Wenn man das Kind dann hochnehmen möchte, kämpft es dagegen an. Wie verstehen Sie das?

Im Säuglingsalter liegen Kinder in der Regel auf dem Boden oder auf dem Arm eines Elternteils. Auf dem Boden zu liegen, ist der hauptsächliche Zustand, in dem sie sich in das Leben hineinfühlen und orientieren. Der Boden gibt Halt und Sicherheit. Auch sprachlich ist das Wort „Boden“ doppeldeutig: Es bezeichnet einerseits konkret den Fußboden, andererseits verwenden wir es im übertragenen Sinn, wenn wir etwas sagen, wir hätten in einer Krise den „Boden unter den Füßen“ verloren. Weiter lesen

Eifersucht unter Geschwistern

This entry is part 2 of 4 in the series Fragen von Eltern, Erzieher*innen, Lehrer*innen

von Udo Baer

Eine Mutter fragt:

Meine Tochter und mein Sohn sind sehr eifersüchtig. Wenn einer mit mir zusammen ist, will das der andere auch usw. Wie kann ich damit umgehen?

Eifersucht unter Geschwistern ist zunächst einmal normal. Das ältere Kind verliert einen Teil der Aufmerksamkeit, die nun dem jüngeren gilt und gelten muss. Das jüngere Kind braucht meist mehr Nähe und Zuwendung, weil es kleiner ist, zumindest als Säugling und Kleinkind. In seinem Erleben ist das ältere stärker, klüger, kompetenter und durchsetzungsfähiger.

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Mein Kind will immer nur zur Mama…….

This entry is part 3 of 4 in the series Fragen von Eltern, Erzieher*innen, Lehrer*innen

von Dr. Udo Baer

 

Ich bin Vater und komme gut mit meinen Kindern klar. Doch die Kinder wollen gerade nur zur Mama gehen. Sie sind drei und vier Jahre alt. Was kann ich tun?

Da müssen Sie als Vater durch. Ich habe selbst als Vater die Windungen und Wendungen der Zuneigung meiner Kinder erfahren dürfen. Mal war ich die Nummer eins, mal meine Frau, dann wieder ich, dann sie. So ging es oft hin und her. Versuchen Sie nicht, deswegen beleidigt zu sein, sondern nehmen das Geschehen mit Gelassenheit und ein bisschen Humor. Zeigen Sie den Kindern, dass Sie gerne mit ihnen zusammen sind und etwas spielen oder unternehmen möchten. Aber ohne Druck oder gar Zwang. Weiter lesen

Wenn ein Kind zu klug und zu schnell ist …

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Eine Lehrerin fragt:

Ein Kind in meiner sechsten Klasse ist überentwickelt. Es ist zu schnell, zu klug, oft auch altklug. Es bringt sich selbst Sprachen und anderes Wissen bei, muss alles besser wissen und weiß auch vieles. Was kann ich als Lehrerin tun?

Wenn ein Kind überdurchschnittlich intelligent und auch neugierig und wissensdurstig ist, dann braucht es vor allem Unterstützung in den Kontakten zu den anderen Kindern. Oft lehnen andere Kinder dieses Kind als „Streber“ oder „Besserwisser“ ab. Erwachsene bezeichnen es oft als altklug, manchmal sogar als arrogant. Doch was soll das Kind tun? Soll es seine Neugier abwürgen? Soll es sich verstellen, dass es vieles nicht mehr weiß? Solche hochintelligenten und wissensdurstigen Kinder müssen lernen, mit ihren Fähigkeiten umzugehen und sind dabei gelegentlich maßlos, weil sie nicht anders können. Das hat soziale Konsequenzen, die dazu führen können, dass sich die Kinder als Außenseiter oder gemobbt fühlen. Manche Kinder verlieren dann die Lust, überhaupt zur Schule zu gehen. Sie fürchten sich vor der Beschämung und dem Spott anderer. Weiter lesen