Lösungsorientierte Pädagogik?

Ein Beitrag von Udo Baer

Eine Lehrerin sagte im Anschluss an eine „Pädagogische Balintgruppe“[1]: „Wir sind immer viel zu schnell auf Lösungen aus. Wenn es ein Problem mit einem Schüler oder Eltern gibt, wollen wir sofort Lösungen.“

Lösungen zu suchen, ist ja richtig. Doch der Weg ist entscheidend. Der Weg P – L (Problem – Lösung) ist zu kurz und führt deshalb häufig zu falschen, zumindest nicht nachhaltigen Ergebnissen. Ein Zwischenschritt ist notwendig: P – A – L. A steht für Achtsamkeit und Innehalten.

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Und am Ende zählt nur der „Schnitt“ – ein kritischer Beitrag zum Tag der Einschulung von Claus Koch

Beitrag von Claus Koch

Jetzt ist es wieder soweit: Landauf, landab verlassen die Kinder ihre Kitas und mit ihrer Einschulung beginnt für sie ein neuer Lebensabschnitt. Neugierig sind sie und aufgeregt. Das Abenteuer Schule kann anfangen! Stolz stellen sie fest, bald nicht mehr zu den „Babys“ zu gehören, die noch nicht einmal schreiben, lesen und zählen können. Fast alle freuen sich, endlich in die Schule zu kommen. Dahinter verbirgt sich ihre unausgesprochene Erwartung, immer selbstständiger zu werden, die Welt auf eigene Faust zu entdecken, sie erklären zu können und immer mehr verstehen zu lernen, was um sie herum geschieht. Um es so zu verändern, wie sie es sich vorstellen.

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Wie Pädagogik die Identität fördert

Alle Jahre wieder kocht die pädagogische Diskussion hoch, ob man Kinder mehr unterstützen und fördern soll oder eben stärkere Rahmenbedingungen setzen und sich ihnen mehr als ein Gegenüber verhalten soll. Diese Diskussion zwischen „harter“ und „weicher“ Pädagogik, zwischen „Unterstützung“ und „Grenzen“, ist so alt, wie es die Diskussion um Erziehung und Pädagogik gibt. Eine Orientierung in dieser Diskussion können wir finden, wenn wir uns damit beschäftigen, welchen Einfluss die Erziehung und Pädagogik auf die Identitätsentwicklung eines Kindes hat.

Der Wortstamm des Begriffes „Identität“ enthält das Wort „idem“ aus dem Lateinischen, das „derselbe“ bedeutet. Identität beinhaltet die Eigenheit, das Besondere eines Menschen. Stefan Jakobs nimmt sich als Stefan Jakobs wahr, egal ob er 7, 17 oder 70 Jahre alt ist, ob sich sein Gewicht, seine Frisur, seine Kleidung verändert, und er wird von anderen als Stefan Jakobs „identifiziert“.

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Gastbeitrag von Jesper Juul: Gewalt und Radikalisierung vermeiden – eine Anleitung*

*Aus dem Schweizer Elternmagazin, mit freundlicher Genehmigung von Jesper Juul

Wie Aggression, Gewalt und potenzieller Radikalisierung in Kindergärten und Schulen vorgebeugt werden kann, erklärt der renommierte dänische Familientherapeut Jesper Juul in diesem Fachartikel für Experten. Ein exklusiver Beitrag, der auch Eltern wichtige Einblicke in eine hochaktuelle Thematik gibt.

Diese Anleitung beschreibt, wie und warum wir einen höheren Grad an Gewalt und Aggression in Kindergärten und Schulen erwarten können, die aus der ablehnenden europäischen Haltung gegenüber den Flüchtlingen resultiert, und wie wir mit dieser Situation  als Lehrer und Eltern umgehen können. Der Text illustriert die unterschiedlichen und doch  identischen Quellen von Aggression bei europäischen und geflüchteten Kindern und  Jugendlichen, und die Notwendigkeit neuer pädagogischer Ansätze. Mit dem Begriff  «Prävention», den ich hier benutze meine ich Primärprävention. Da es über den  Zusammenhang zwischen politischen und kulturellen Haltungen gegenüber Migranten und  Flüchtlingen und dem Auftreten von Aggression und Gewalt bei Kindern und Jugendlichen  keinerlei Forschungsergebnisse gibt, sind die in Folge beschriebenen Ansprüche und  Vorhersagen nicht evidenzbasiert, sondern erfahrungsbasiert. Weiter lesen

Beziehungspädagogik braucht Teamarbeit

„Nie mehr allein. Die neuen Lehrer: Während Pädagogen Einzelkämpfer waren, werden sie jetzt zu Teamplayern“ – jubelt die „Zeit“ am 25. Februar dieses Jahres und bezieht sich mit dieser Überschrift auf eine Studie der „Bertelsmann Stiftung“ „Lehrerkooperation in Deutschland. Eine Studie zu kooperativen Arbeitsbeziehungen der Sekundarstufe I“, in der mehr als 1.000 Lehrer zu ihrer Arbeit und ihrem Selbstbild befragt wurden. „So gut wie alle Pädagogen (97%) meinen, dass Lehrer heute im Team zusammenarbeiten müssen. Zwei Drittel sprechen schon jetzt regelmäßig miteinander über einzelne Schüler, geben sich Tipps für die nächste Mathe- oder Deutschstunde oder tauschen Arbeitsblätter oder Bücher aus“, hieß es da fast triumphierend. Weiter lesen